Donnerstag, 4. Juni 2015

Summertime mit Erdbeer-Kokos-Eis

Es ist Erdbeerzeit! Und dem Hochbeet sei Dank, ich kann auch schon direkt aus dem Garten ernten! Ich finde es wunderbar ♥! Und sie schmecken so saftig und süß... hach. Da komme ich direkt ins Schwärmen.

Ich glaube jeder von uns hat schöne, zarte Kindheitserinnerungen, und auch als Erwachsene können wir uns diesen verführerischen Früchtchen nicht entziehen. Sie sind einfach zu köstlich. Und dazu auch noch gesund. Erdbeeren erfreuen uns mit viel Folsäure (gerade für schwangere Frauen wichtig), ihrem hohen Gehalt an Vitamin C und bringen außerdem noch Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer und Zink mit. Die in ihnen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Die nächsten Tage sollen sommerlich warm werden und so gibt es heute ein Eisrezept. Die Kombination von Erdbeeren und Kokos schmeckt nach Sommer und Seele baumeln lassen in der Hängematte... Mhmmmm...

Für dieses Rezept gibt es zwei Zubereitungsmöglichkeiten. In der ersten werden die Aromen der Erdbeeren und Kokosflocken durch reduzieren bzw. rösten intensiviert. In der rohköstlichen Variante bleibt der Geschmack unverändert natürlich.

Zutaten für 8-10 Stück
30 g Kokosflocken
500 g Erdbeeren
2,5 EL Apfelsüße (bzw. Süße der Wahl)
Saft von ½ Limone
400 ml Kokosmilch (Dose oder selbstgemacht, siehe unten bei #2)  
Eisform
evtl. Holzstiele

Zubereitung #1
Die Kokosflocken in einer Pfanne ohne Fett rösten. In eine Schüssel geben und abkühlen lassen. Die Erdbeeren waschen und den Stilansatz entfernen. In einen kleinen Topf geben und mit eineinhalb Esslöffeln Apfelsüße bei mittlerer Hitze unter Rühren fünf bis zehn Minuten köcheln lassen. Vom Saft der Limone zwei Teelöffel Saft abnehmen und aufheben, den Rest mit den Erdbeeren fein pürieren. Zur Seite stellen und abkühlen lassen. Die Kokosmilch mit den gerösteten Kokosflocken, einem Esslöffel Apfelsüße und den aufgehobenen 2 Teelöffeln Limonensaft ebenfalls pürieren. Das Erdbeerpüree und das Kokospüree abwechselnd in Eisformen geben (evtl. mit Holzstielen versehen) und mindestens fünf bis sechs Stunden gefrieren lassen. 

Zubereitung #2
Für eine rohe Kokosmilch püriert ihr das Fruchtfleisch einer reifen Kokosnuss mit etwas Wasser, so dass eine cremige Konsistenz entsteht. Oder mixt vorher eingeweichte Kokosflocken mit Wasser glatt.  Einen EL Apfelsüße (oder Süße der Wahl), die Kokosflocken und 1 TL Limonensaft dazu geben und gut vermengen. Nun die Erdbeeren waschen (bei Bioerdbeeren darf der Stilansatz ruhig dran bleiben), mit der Apfelsüße bzw. der Süße der Wahl und dem Rest Limonensaft pürieren. Das Erdbeerpüree und das Kokospüree abwechselnd in Eisformen geben (evtl. mit Holzstielen versehen) und mindestens fünf bis sechs Stunden gefrieren lassen.  

Ich wünsche Euch viel Sonne auf der Nase! Ich werde mich jetzt den Hoch- und Hügelbeeten widmen. Unser neuer Gartenplatz ist so wunderschön geworden, ich liebe es einfach dort. Bald gibt es Fotos!

♥♥♥

Montag, 1. Juni 2015

Erdkammersirup - Das Gold in der Erde

Spitzwegerich, als mein neuer Freund, ist nun also Teil meiner Heilkräuterküche. Er hat beeindruckende heilende Eigenschaften. Äußerlich angewendet als Weg- und Wiesenpflaster, stillt und desinfiziert er hilfsbereit so manche kleine Wunde und bringt Linderung bei wundgelaufenen Füßen und Blasen (der verwandte Breitwegerich leistet hier genauso tolle Dienste). Innerlich zu sich genommen, besitzt er starke lungenwirksame Eigenschaften und stärkt unser Immunsystem vortrefflich. Man kann ihn zum Beispiel als Tee aufgießen (1 TL frisches/getrocknetes Kraut mit heißem Wasser übergießen, 5-7 Minuten bedeckt ziehen lassen, dann schlückchenweise trinken) oder einen Kaltauszug oder eine Tinktur ansetzen. Hierbei sollte man bedenken, dass das frische Kraut beim Spitzwegerich immer wirksamer ist, als das getrocknete.

Der Kaltauszug zieht die im Spitzwegerich vorhandenen Schleimstoffe heraus, die sich lindernd und sanft auf gereizte Schleimhäute legen und so gut bei Reizhusten einzusetzen ist. Außerdem hat er im frischen Zustand die Eigenschaft, dass er die Selbstheilungskräfte des Körpers anregt. Dafür brauchen wir also frische Blätter. Und leider, leider befällt uns der ungeliebte Husten oder eine fiese Erkältung gerne in der kälteren Jahreszeit. Allerdings wächst das feine Lungenkraut dann gar nicht mehr.

Und so habe ich also Erdkammersirup angesetzt. Hier bei werden mit Hilfe von Honig oder Zucker (auch Birkenzucker) die Inhaltsstoffe bei gleichbleibender Temperatur über ca. 3 Monate ausgezogen und können dann wunderbar im Herbst und Winter zur Erkältungszeit eingenommen werden.
Ich habe dieses Jahr drei verschiedene Erdkammersirupe angesetzt. Die Pflanzen, die ich verwendet habe, unterstützen sich gegenseitig in ihrer Wirkung.

Für den ersten Sirup habe ich Honig mit Spitzwegerich versetzt. In den zweiten Sirup sind Maiwipfel/Fichtenspitzen und Birkezucker gekommen und beim Dritten wählte ich die Kombination Honig/Birkenzucker mit Spitzwegerich, Fichtenspitzen und Thymian. Gerade den letzten Ansatz finde ich vom Gedanken her sehr mächtig und ich erwarte Großes von ihm.

Warum habe ich diese Inhaltsstoffe gewählt? Spitzwegerich habe ich in seiner Wirkung oben schon beschrieben. Fichtenspitzen sind ebenso wunderbare Hustenmittel und wirken schleimlösend und bakterienabtötend und somit gegen Entzündungen der Atemwege. Thymian gilt als natürliches Antibiotikum und ist mit seinen antibakteriellen, antibiotischen und schleimlösende Eigenschaften wunderbar als Erkältungsmittel geeignet. Birkenzucker (hier habe ich schon einmal über die Eigenschaften des Birkenzuckers geschrieben) wirkt ebenso antibakteriell und ist viel gesünder als normaler Haushaltszucker. Und die heilenden, gesundheitsfördernden Eigenschaften des Honigs sind den meisten wahrscheinlich bekannt, er wirkt ebenfalls antibakteriell und kann es teilweise sogar mit Bakterien aufnehmen, die Antibiotika resistent sind.

Ich habe lange überlegt, ob ich den Sirup wirklich mit Honig ansetzen soll. Traditionell macht man diesen Sirup eben mit Honig... Aber mein kleines veganes Herz ist da zerrissen. Meine Kräuterfrau meinte schließlich, ich soll mal in mich gehen und horchen. Mein Mann wollte gerne den Sirup mit Honig. Und so bin ich letztendlich los und habe mir vom Bioimker der Region Honig geholt. Die machen das so fein mit ihren Tieren, da hat sich mein Herz dann wohlwollender gestimmt. Jetzt probiere ich es aus, aber ich denke, der Birkenzucker wird sich sicher auch wunderbar dazu eignen.

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Erdkammersirup Nr. 1: Spitzwegerich-Sirup


Zutaten
ein dickes Bündel junge, frische Spitzwegerichblätter
Honig zum Auffüllen

Zubereitung
Ein großes Schraubglas sauber auswaschen. Die Spitzwegerichblätter klein schneiden und abwechselnd mit dem Honig in das Glas schichten. Jede Blattschicht wird mit Honig ca. 1 cm dick übergossen, dann die nächste Blattschicht, wieder Honig, usw. bis das Glas gefüllt ist. Fest verschließen und in einer Erdkammer ca. 3 Monate reifen lassen. Danach ausgraben, durch ein feinmaschiges Sieb abseihen, den Sirup auffangen und in einer dunklen Flasche im kühlen Keller aufbewahren.



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Erdkammersirup Nr. 2: Maiwipfel-Sirup


Zutaten
junge, frische Fichten- oder Tannenspitzen, auch Maiwipfel genannt
Birkenzucker zum Auffüllen

Zubereitung
Ein großes Schraubglas sauber auswaschen. Die Fichtenspitzen grob klein schneiden und abwechselnd mit dem Birkenzucker dicht in das Glas schichten. Jede Nadelschicht wird mit dem Birkenzucker ca. 1 cm dick bedeckt, dann die nächste Nadelschicht, wieder Birkenzucker, usw. bis das Glas gefüllt ist. Fest verschließen und in einer Erdkammer ca. 3 Monate reifen lassen. Danach ausgraben, durch ein feinmaschiges Sieb abseihen, den Sirup auffangen und in einer dunklen Flasche im kühlen Keller aufbewahren.



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Erdkammersirup Nr. 3: Spitzwegerich-Fichtenspitzen-Thymian


Zutaten
ein dickes Bündel junge, frische Spitzwegerichblätter
junge, frische Fichten- oder Tannenspitzen, auch Maiwipfel genannt
eine Hand voll Thymian oder Quendel
Birkenzucker und Honig zum Auffüllen


Zubereitung
Ein großes Schraubglas sauber auswaschen. Die Spitzwegerichblätter klein schneiden und die Fichtenspitzen grob zerkleinern. Die Spitzwegerichblätter in das Glas geben, verdichten und mit Honig ca. 1 cm dick übergießen. Nun die zerkleinerten Fichtenspitzen in das Glas geben und mit Birkenzucker ca, 1 cm dick bestreuen. Abschließend den Thymian in das Glas geben und mit Honig und Birkenzucker bedeckten. Das Glas fest verschließen und in einer Erdkammer ca. 3 Monate reifen lassen. Danach ausgraben, durch ein feinmaschiges Sieb abseihen, den Sirup auffangen und in einer dunklen Flasche im kühlen Keller aufbewahren.



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Herstellung einer Erdkammer


Was wird benötigt?
eine ungestörter Platz im Garten an dem gegraben werden kann
Spaten
Holzbrett/flaches Holzstück
optional ein Plastiktütchen
Stab und Schild zum Markieren der Stelle
etwas Zeit


An einer ungestörten Stelle im Garten ein ca. 50 - 60 cm tiefes Loch mit dem Spaten ausheben. Der Durchmesser richtet sich nach der Menge der Gläser, die ihr in eurer Kammer reifen lassen möchtet. Meine Erdkammer für drei Gläser hatte ca. 40 x 40 cm. Nun kommen die fest verschraubten Gläser in das Erdloch. Wenn ihr möchtet, könnt ihr eure Gläser in eine Plastiktüte packen, dann sind die Gläser nach dem Ausgraben nicht so sehr verschmutzt. Das müsst ihr aber nicht machen (ich habe das auf den Fotos mal angedeutet). Die Gläser nun bis zum Rand mit Erde bedecken. Auf die Gläser legt ihr jetzt das Brettchen. Es dient zum Schutz, damit die Gläser nicht zerstört werden, wenn die Kammer ausgehoben wird. Ein beherzter Spatenstich an der falschen Stelle und das Glas zerbricht und der ganze, feine Sirup zerrinnt und versickert in der Erde. Die Heinzel werden sich freuen, aber wir wollten den Sirup ja eigentlich selber benutzen. Also Holtbrettchen drauf und das restliche Loch wieder zu schaufeln. Nun wird die Stelle mit dem Schildchen oder mit beschrifteten Tonscherben gut markiert, damit man die Stelle nach drei Monaten auch wieder findet.

Wer zusätzlich mit den Kräften des Mondes arbeiten möchte, wählt abnehmenden Mond zum Eingraben des Sirups und zunehmenden Mond zum Heben.
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Denkt daran, dass ihr in einer guten, gelösten Stimmung sein solltet, wenn ihr die die Erdkammer aushebt. Die Kammer sollte nicht mit Sorgen, Zorn oder Wut aufgeladen werden, was dann unweigerlich passieren würde. Stellt euch vor, ihr seid sauer und angefressen, weil ihr euch über euren Chef aufregt, der euch ungerecht behandelt hat. Ihr hebt eure Kammer aus, während ihr die ganze Zeit grummelt und wütend darüber nachsinnt. Ihr packt den Sirup hinein und irgendwie schlüpft jede Menge Ärger auch mit hinein. Dann buddelt ihr alles wieder zu. 3 Monate später kommt ihr zurück und wollt eure Kammer ausheben. Sofort erinnert ihr euch, wie schwer es war dieses Loch aus zu heben und wie sauer ihr zu diesem Zeitpunkt auf euren Chef vor drei Monaten gewesen seid. Ihr kommt also wieder mit den miesen Gedanken und Gefühlen von damals in Kontakt. Und das wollen wir nicht. Wahrscheinlich würde der Sirup dann auch nicht so heilkräftig werden. Wenn man also angespannt oder verstimmt ist, sollte man die Kammer nicht ausheben, sondern warten.

Es hat etwas altes, fast schon rituelles an sich, wenn wir den Sirup der Erde übergeben. So etwas macht man nicht jeden Tag. Der Sirup wird nun ca. drei Montate in der Erde ruhen und reifen und heilende Erdkräfte in sich aufnehmen. Neugierige Heinzelmännchen werden vorbeischauen um zu schauen, was wir der Erde da übergeben haben und wenn wir Glück haben zum Gelingen unseres Vorhabens beitragen ;). 

Ich bin schon sehr gespannt, was mich in drei Monaten erwarten wird! 

Und ihr? Habt ihr auch schon mal einen Erdkammersirup angesetzt oder plötzlich Lust bekommen?

Hier gibts noch was zum Nachlesen:
http://www.fid-gesundheitswissen.de/pflanzenheilkunde/spitzwegerich/
http://heilkraeuter.de/lexikon/spitzweg.htm
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