Sonntag, 17. März 2013

Babyernährung

Der kleine Bär wird in einer Woche ein halbes Jahr und hat bisher noch nie etwas anderes gegessen außer Muttermilch. Ein/zwei/drei Mal etwas abgekochtes Wasser hat er aus einer Flasche genuckelt, aber das ist das einzig andere, was er bisher zu sich genommen hat.

In meinem Rückbildungskurs haben wir zum Abschluss ein Frühstück veranstaltet und alle Mamis haben ihre Kleinen mitgebracht. Meine Süßer hatte irgendwann Hunger, also habe ich ihn gestillt - ganz normal. Das war dann der Aufhänger darüber zu sprechen, was die kleinen alles so essen. Und was kam dabei herraus? Ich war die einzige (!), die ihr Baby noch voll stillt! Ich muss sagen, ich war ein kleines bisschen entsetzt. Und meiner gehörte noch zu den jüngsten und war da ungefähr vier Monate alt.

Klar, wenn man irgendwann einfach keine Milch mehr hat, geht es ja nicht anders. Aber niemand von den Ladies wollte (weiter) stillen. Ich kam mir irgendwie wie ein Alien vor. Manche haben gar nicht gestillt, und wollten das auch von Anfang an nicht - aber das muss wirklich jeder selber wissen. Aber ich in meinem Dornröschenschloss... ich war wirklich geschockt. Und ich war das Alien! "Wie?! Der Kleine hat noch kein Fläschchen bekommen? Ah, dann gibst Du schon Gläschen. Äh... nein?! Ach ja..." Mhm...

Tjaaa... ich lasse mich da ja auch nicht weiter von beeinflussen, aber ins Denken kommt man schon.

Auf jeden Fall wird mein Kleiner bald ein halbes Jahr und ich wollte so langsam mit Beikost beginnen. Abstillen ist noch in weiter, weiter Ferne. Jetzt frage ich mich allerdings, was ich ihm am Besten geben sollte. Rein intuitiv würde ich mit Banane beginnen. Reife, geknetschte Banane pur. Nach einer Woche vielleicht Avocado. Also rohe Früchte.

Auf lange Sicht wird der kleine Bär aber aller Vorraussicht nach kein 100% rohes Kind werden, sondern so wie wir high raw. Wir haben damit super Erfahrungen gemacht und da wir (bald) wieder so leben werden, wird der Kleine wohl so mitessen. Aber schauen wir mal. Wohin meine persönliche Reise hingeht, vermag ich jetzt noch nicht zu sagen. Nach dem Stillen werde ich wahrscheinlich wieder eine Zeitlang 100% roh leben und dann irgendwann wieder zu high raw wechseln.

Ich habe zwei Bücher daheim, einmal "Das vegetarische Baby: Schwangerschaft, Stillzeit, Erstes Lebensjahr - fachkundiger Rat, praktische Tipps, 180 köstliche Rezepte" von Irmela Erckenbrecht. Sie empfiehlt als erste Löffelmahlzeit gekochten Möhrenbrei, bei Bedarf schon ab dem fünften Monat. In meinem anderen Buch "Kinderernährung - lebendig und schmackhaft!" von Urs Hochstrasser habe ich so richtig noch nichts gefunden. Allerdings habe ich es bisher erst überflogen und werde mich da heute mal durchschmökern.

Ich werde in den nächsten Tagen das Internet durchforsten, was andere (rohe) Mamis ihren Sprösslingen als erste Löffelmahlzeit gegeben haben. Wenn da jemand Tipps und Links hat - gerne ♥!! Ich denke, ich werde mir auf jeden Fall das Buch der Rawfood Family "Raising Raw Children" runterladen. Vielleicht steht auch noch was in "Ernährung für Mensch und Erde. Grundlagen einer neuen Ethik des Essens" von Christian Opitz. Da werde ich auch mal stöbern und dann berichten.

Donnerstag, 14. März 2013

Winterimpressionen

Der Schnee hat uns noch einmal voll im Griff.
Vielleicht das letzte Mal für diesen Winter...


Samstag, 9. März 2013

Ein kleiner Geburtsbericht

Mein kleiner Kobold wird in zweieinhalb Wochen schon ein halbes Jahr... ist es nicht unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht? Aber ich liebe jeden Tag mit meinem kleinen Sonnenkind.

Ich hatte versprochen nochmal irgendwann einen kleinen Geburtsbericht zu schreiben. Es war mir aber bisher nicht möglich. Wir hatten es nicht so einfach und ich hatte lange Zeit Schwierigkeiten, darüber zu sprechen, zu schreiben, daran zu denken. Aber jetzt wo die Erinnerungen beginnen in leisen Sepiatönen zu klingen, wird es einfacher. Ich werde mich jetzt nicht in Details verlieren, aber ein kleiner Einblick war ja versprochen ♥ Für alle, die sowas nicht lesen möchten, ab jetzt nicht weiterlesen. Es gibt sicherlich schönere Geburtserzählungen...

Ich hatte ab der 28. Schwangerschaftswoche vorzeitige Wehen und musste Medikamente nehmen und liegen. Diese Wehenhemmer waren schlimm und vertragen habe ich es nicht gut. Von Anfang an habe ich nur die Hälfte der Dosis genommen und  nach und nach reduziert (so dass es zum Schluss quasi nur noch homöopathisch wirken konnte, meinte meine Ärztin). Wir hatten das so besprochen und ich habe von meiner Ärztin grünes Licht bekommen. Zusätzlich habe ich von meiner Hebamme noch Öl, Tee und Bryophyllum bekommen. Die Wehen wurden weniger und gingen dann zurück. In der 36./37. Woche habe ich Entwarnung bekommen und durfte wieder aufstehen und alles weglassen, der kleine Kobold durfte jetzt aus seiner Höhle kommen :). Aber er wollte nicht.

Am ET+6 hatte ich 8 Minuten Dauerkontraktionen, also Dauerwehen, was natürlich nicht gut für den Kobold war, deswegen wurde ich in der Klinik behalten und sollte am nächsten Tag eingeleitet werden. Das Fruchtwasser wurde langsam weniger und der Kleine war von den Berechnungen her auch nicht mehr soooo klein. Meine erste Tablette bekam ich gegen Mittag, obwohl das ganze schon für 9 Uhr morgens vorgesehen war und ab da sollte ich alle vier Stunden eine weitere bekommen. Morgens war es nicht möglich, denn es kam ein Notfall nach dem anderen und sie wollten lückenlose Beobachtung. Nunja, lange Rede kurzer Sinn - Tablette genommen, mein Körper hat wunderbar mitgemacht und die Wehen gerne angenommen, auf weitere Tabletten wurde verzichtet. Und abends um 7 waren dann keine Wehen mehr da. Alles weg. Dabei hatte ich so wunderschöne Wehenberge! Aber so wirklich frustriert war ich auch nicht.

Ab 22 Uhr kamen meine eigenen Wehen, beginnend mit Schmerzen wie bei der Menstruation, die, nachdem ich gegen 02:30 den Schleimpropf verloren habe, schön schmerzhaft alle sieben Minuten regelmäßig kamen. Ich blieb noch auf meinem Zimmer bis ungefähr 5 Uhr und gegen sieben habe ich meinen Mann angerufen, dass es jetzt losgeht und er sich auf den Weg machen soll.

Ja, bis ca. 9 Uhr war alles gut und normal. Aber ab da habe ich jegliche zeitliche Reihenfolge verloren, ich bekomme es einfach nicht mehr hin, mich zu erinnern was wann passiert ist. Um es zusammen zu fassen: der Kobold war einfach zu groß. Saß aber schon zu tief im Geburtskanal, als dass ein Kaiserschnitt eine Alternative gewesen wäre. Dazu hatte er sich irgendwann unter der Geburt auch noch gedreht, mit dem Köpfchen nach vorn, statt nach hinten, mein kleiner Sternengucker. Dazu kam noch, dass er das kleine Ärmchen nach oben genommen hat. Er hatte sich im Becken verkeilt. Der Kreißsaal wurde immer voller und voller. Zwei Ärzte, zwei Assistenten, 5 Hebammen... Und ich? Lag da und habe mich an an meinem Atem festgehalten wie an einem Tau, immer weiter, Schritt für Schritt, immer zum Kind atmen. Ich war weder im Hier noch im Jetzt, ganz in meiner eigenen Trance und trotzdem konnte ich genau darauf reagieren, was man mir riet.

Es wurde ziemlich haarig, für mich und den Kobold, aber irgendwann hatten wir es geschafft. Die Saugglocke kam zum Einsatz (ganz schlimm fand ich das) und ich bin - trotzdem ich geschnitten wurde - ziemlich gerissen: Vaginalriss, Dammriss 3. fast 4. Grades, Schließmuskelriss, Brustprellung. Mir haben drei Hebammen auf dem Bauch und Oberkörper gelegen und den Kleinen durch- und runtergedrückt... Ich hab viel Blut verloren und wurde nach dem Geburt noch 2 Stunden lang genäht. Später kam noch raus, weil mein Steißbein mir so weh tat, dass der kleine Mann es mir von Innen gebrochen hat, beim Duchrutschen... Und das Krasseste: Ich habe die ganze Zeit nicht einmal an Schmerzmittel gedacht. Die haben in meiner Trancewelt gar nicht mehr existiert. Und sonst hat auch niemand dran gedacht. Aber er war geboren, elf Uhr, 3915g und 58 cm. Mein großer, kleiner Junge ♥. Qickfidel, wunderschön. Leider mit Bluterguss am Köpfchen, wo die Saugglocke saß...

Das ist mein Geburtsbericht. Aber ich würde für meinen kleinen Bär alles noch drei mal wieder durchmachen. Er entschädigt mich für alles... Ich habe während der gesamten Geburt niemals daran gezweifelt, dass wir es nicht schaffen könnten.

Ist nicht so einfach für mich, immer noch nicht, merke ich grade. 

Aber da liegt er, meine Sonne und mein Mond, friedlich neben mir und schläft so süß und zart.


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